[Rezension] The Witcher – Abenteuerspiel (Brettspiel)

Hersteller: Heidelberger (FFG / CD Project Red)
Autor: Ignacy Trzewiczek
Alter: 14+
Spieldauer: 60-120 Minuten
Spieleranzahl: 2 – 4
EAN: 4-015566-021136
Preis: 44,95 Euro

von: Moritz

Hui! Meine erste Begegnung mit dem Witcher. Ich kenne keine Computerspiele, Romane, Rollenspiele oder Ähnliches –
daher gibt es eine Besprechung
ganz ohne romantische Verklärung.

Boxtext:
In einer düsteren Fantasy-Welt, in der eine Handvoll Gold über Leben und Tod entscheiden kann, bedrohen Monster selbst die zivilisiertesten Lande. Vier Helden stellen sich der Finsternis entgegen – ein Wettlauf beginnt. Wer findet zuerst heraus, welche dunkle Verschwörung hinter allem steckt?

Im The Witcher – Abenteuerspiel schlüpfen bis zu vier Spieler in die Rollen bekannter Charaktere aus der Welt von The Witcher. Spielt die listige Triss Merigold, den herzensbrechenden Barden Rittersporn, den Zwergenkämpfer Yarpen Zigrin und seine Mannen oder Geralt von Riva, den weißhaarigen Hexer. Alle Charaktere haben ihre eigenen Fähigkeiten und müssen sich verschiedenen Aufgaben stellen. So kann jeder Spieler den Charakter wählen, der am besten der Art zu Spielen entspricht, die ihm gefällt. Ob Diplomatie, Kampf, Magie oder die Unterstüzung durch die Gefährten zum Sieg führen, entscheidet ihr! Die Welt von The Witcher erwartet euch …

Die Aufmachung:
Alter Schwede, gibt es hier viele Marker! Da wird echt was geboten für’s Geld, denn auch die Q-Workshop-Würfel und die 4 Helden-Miniaturen sind mehr als schick. Dazu kommt noch ein sehr amtliches und übersichtlich gestaltetes Spielbrett, die unterschiedlichsten, aber farblich gut gekennzeichneten Karten und ab kann die Fantasy-Sause gehen.

Mit erfahrenen Spielern ist sogar ein ziemlich direktes Losspielen direkt aus der Schachtel möglich, was ich immer sehr schätze. So finden sich die Hauptregeln im achtseitigen Regelheft und alles, was es eventuell nachzublättern gibt, kann man einem etwas dickeren Referenzhandbuch mit Kurzübersicht auf der Rückseite entnehmen.

Insgesamt kann man wirklich sagen, dass trotz der Vielfalt an unterschiedlichem Spielmaterial alles sehr gut gestaltet ist und so aufbereitet, dass man schnell herausfindet, was man wohin legt und was welche Funktion hat.

Die Regeln:
Jeder Spieler übernimmt einen von 4 (äußerst unterschiedlich zu spielenden) Charakteren und macht sich auf die Jagd nach Siegpunkten, die es zumeist für das Komplettieren von Questen gibt. Vor sich hat man den passenden Heldenbogen liegen, sowie seine/n Würfel, seine Aktionsmarker und das auf dem Heldenbogen markierte Startgeld in Oren (=Geldeinheit).

Dazu kann man sich eine von zwei Questkarten aussuchen, was uns schon zum zentralen Element des Spiels führt, denn die meisten potentiellen Siegpunkte erhält man durch eben jene Questen. Um Questen (die immer in Hauptqueste, 2 Nebenquesten und Unterstützungsqueste unterteilt sind) zu bestehen, muss man manchmal einfach nur an einen Ort reisen, ein anderes Mal muss man Geld bezahlen oder aber Suchmarker oder Beweismarker abgeben. Gerade für die Hauptquesten sind meist 2 Beweismarker vonnöten. Diese Beweismarker wachsen aber nicht auf den Bäumen, sondern wollen hart erarbeitet werden, denn man kann sie nur erhalten, wenn man eine gewisse Anzahl an Suchmarkern eintauscht, und hier kommen schon die einzelnen Charaktere zum tragen, denn die haben unterschiedliche „Umtauschkurse“. Und wo wir schon bei den Charakteren sind, könnte ich noch gerade erwähnen, dass die sich völlig unterschiedlich spielen – mal ganz abgesehen von der Tatsache, dass ihnen unterschiedliche Kampfwürfel zur Verfügung stehen, starten sie an anderen Orten und haben komplett andere Talente, die man im Laufe der Zeit durch Training erhalten kann – so konzentriert sich Geralt von Riva auf Tränke und Zeichen, die ihn vor allem im Kampf unterstützen, Rittersporn, der Barde setzt auf unterstützende Fähigkeiten Yarpen Zigrin, der Zwerg ist vor allem kampfstark, kann aber auch noch bis zu vier Gefährten zu Hilfe rufen (mal ganz davon abgesehen, dass er zwei Wunden gratis wegstecken kann) und Triss Merrigold beherrscht Zauber und kann magische Gegenstände benutzen.

Okay, was aber tut mein Held so? Einfach – in jeder Runde stehen einem zwei Aktionen zur Verfügung und am Ende des Zuges muss man entweder eine Unglückskarte ziehen und „bearbeiten“, einem Monster auf die Mütze geben oder den Kriegsanzeiger vorrücken und ein Monster oder einen Unglücksmarker auf eine der 6 Regionen loslassen.

An Aktionen gibt es 4, die jeder Held durchführen kann – Reisen (auf der Karte bewegen) – Ermitteln (eine Karte vom Ermittlungsstapel ziehen und abhandeln) – Trainieren (eine Trainingskarte nehmen) – Rasten (2 leichte Wunden oder 1 schwere Wunde entfernen).

Die Wunden sind mechanisch sowieso recht clever angelegt, denn ein Held kann nicht wirklich sterben, aber er legt sich mit Wunden die Slots seiner Aktionen zu und verliert so immer mehr Optionen, bis er durch Heilung wieder Slots freischaufeln kann.
Hört sich jetzt recht mechanisch an und spielt sich auch bei der ersten Partie so, aber wenn man regeltechnisch alles draufhat, kann man sich mehr auf die erzählte Geschichte konzentrieren.

Mein Fazit:
Poah! Hat man sich erst einmal durch den Materialwust gekämpft, erscheint nach und nach ein wirklich gut durchdachtes Spiel mit interessanten Mechanismen – wenn man mal ehrlich ist, ist es ein recht klassisches Worker Placement-Spiel mit angeklebtem Fantasythema und ein paar Kämpfen und kleinen Bosheiten. Gefällt mir in seiner Kombination sehr gut, aber es ist echt wichtig, dass sich jeder Spieler schon während der Züge der gegner Gedanken darüber macht, was er selber tun möchte. Dann läuft es sehr fluffig und es kommt auch Spiellaune auf. Je mehr man über die Questen redet und untereinander interagiert, umso lebendiger wird die Geschichte und umso mehr tritt die Mechanik in den Hintergrund. Das werde ich ganz sicher noch öfter spielen.

Meine Wertung:
4 von 5 Questen, Nebenquesten und Unterstützungsquesten

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One Response to [Rezension] The Witcher – Abenteuerspiel (Brettspiel)

  1. portapatetcormagis sagt:

    Ja, ein sehr cooles Spiel! Man sollte aber einen ausreichend großen Tisch dafür haben 😉
    Wir haben auch festgestellt, dass das Vorlesen der Karten zum richtigen Zeitpunkt – also beim Einsetzen in der Regel – viel zur Stimmung beiträgt.
    Da die Charaktere echt sehr unterschiedlich zu spielen sind, lohnt es sich auch, bei wiederholtem Spielen die Charas mal zu tauschen.

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