[Rezension] Götterdämmerung #1 – Die Gänse des Kapitol

Verlag: Atlantis Verlag
Autor: Frank W. Haubold
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 242
Erschienen: Apr. 2012
ISBN: 978-3-86402-030-8
Preis: 12,90 Euro

von: Moritz

Na dann mal ab an SciFi aus deutschen Landen.

Klappentext:
Fünfundzwanzig Jahre nach der siegreichen Schlacht vor Joyous Gard bestimmt militärische Routine das Leben auf dem Außenposten Pendragon Base. Als Kommandant Raymond Farr die attraktive Miriam Katana kennenlernt, ahnt er noch nicht, dass diese Begegnung sein Leben verändern wird. Es droht nicht nur die Wiederkehr eines alten Feindes, auch innerhalb der Föderation häufen sich die mysteriösen Ereignisse als Vorboten einer Konfrontation unvorstellbaren Ausmaßes …

Zum Inhalt:
Alter Schwede! Lange musste ich mich bei einem Roman nicht mehr so anstrengen, um, was die Zeiten und Personen angeht, auf der Höhe zu bleiben. Konstanten sind hier der eigentliche „Held“ Raymond Farr und Lieutenant Colonel Ortega, die ihn bei all seinen Abenteuern begleitet. Ganz grob geht es darum, dass die Menschheit gerade so vor einer Bedrohung durch die Burgons gerettet wird, diese aber in Kürze eine Rückkehr planen. Sie werden erneut zurückgeschlagen und Miriam, die Geliebte von Farr macht sich in einem Schiff auf die Suche nach der Ursache der Bedrohung.

Etwas später startet Farr eine Rettungsmission, um nachzusehen, wie es ihr ergangen ist. Das hört sich halbwegs handfest an, aber der Roman bietet eine fast endlose Anzahl an Nebenhandlungssträngen und kleineren Geheimnissen, die er leider allesamt nicht auflöst und auf die Fortsetzung vertröstet. So ist beispielsweise Miriam verteufelt geheimnisvoll, es gibt eine Art „Engel“ und „Dämonen“, die sich in einem endlosen Krieg befinden. Dazu existieren merkwürdige Hydren, die irgendwie mit den Burgons verbunden zu sein scheinen und zu allem Überfluss macht sich eine mutierte Hydra auf den Weg, um, getrieben von einer mysteriösen Stimme in ihrem Kopf, Kontakt zu Farr aufzunehmen.

Sorry, aber manchmal hat mir echt der Kopf geschwirrt und weniger wäre definitiv mehr gewesen.

Mein Fazit:
Ein wirklich gelungener Roman, der sowohl im Umschlag-Design als auch von der Erzählstruktur und dem hohen philosophisch-technischen Anteil etwas an die alten Ostblock-Recken Lem und Asimov erinnert. Mir persönlich ist der Genremix allerdings etwas zu krude und ich komme mit den Fantasy- und Cyberpunk-Anleihen (und sogar ein paar Western-Motiven) in meiner Science Fiction nicht gut klar. Das ist natürlich reine Geschmackssache und ich kann mir denken, dass andere besser damit klar kommen.

Wenn ihr also vor gut geschriebener, wenn auch teils etwas konfuser Science Fiction, die etliche Fässer aufmacht und wohl erst im nächsten band wieder schließt, keine Angst habt, greift zu und fräst euch durch die Götterdämmerungs-Reihe!

Ich vergebe mal vorsichtige drei komma fünf Punkte und hoffe, dass der nächste Band etwas zufriedenstellendere Antworten gibt und der Autor eine etwas handfestere Linie findet…

Meine Wertung:
3,5 von 5 Ostblock-Sci Fi-Autoren

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: