[Rezension] Weg ins Nichts

Autor: Francis Knight
Verlag: Papiervertierer
Format: Taschenbuch broschiert mit sehr interessantem Klappumschlag
Seitenzahl: 412
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-944544-20-5
Preis: 14,95 Euro

von: Moritz

 

Interessanter Klappentext – könnte glatt etwas von Shadowrun haben…

Klappentext:
Mahala ist eine Stadt, die sich sehr viel mehr in die Höhe als in die Weite ausgedehnt hat. Straßen verlaufen über Straßen, Häuser werden auf Häusern gebaut. Gleichzeitig lassen sich nirgendwo sonst Gesellschaftsschichten deutlicher voneinander trennen.

Rojan Dizon kümmert sich nicht um das, was mit der Stadt geschieht, und lebt sein Leben in den unbedeutenden Schatten und Winkeln von Mahala. Eine Hilfe ist ihm dabei jedoch eine Fähigkeit, die bereits Jahre zuvor verboten worden war. Er ist Schmerzmagier – seine größte Kraftquelle, um Magie zu wirken, ist der Schmerz selbst. Als Rojan schließlich einigen Geheimnissen auf die Spur kommt, muss er seine Fähigkeiten gezielt einsetzen. Von ihm hängt wohlmöglich das Schicksal der gesamten vertikalen Stadt ab.

Das könnte wehtun …

Zum Inhalt:
Hmmm… In einer Stadt irgendwo zwischen Cyberpunk und Postapokalypse haben wir es mit der Geschichte des Schmerzmagier-Kopfgeldjägers Rojan Diszon zu tun.

Die Handlung ist recht klassisch. Mahala besteht nicht nur aus der Oberstadt, wo die Reichen und Mächtigen oder zumindest die durchschnittlich Begüterten leben, sondern es gibt auch eine unterirdische Region, die Unterstadt. Das Konzept sieht schwer so aus, als sei es beim indischen Kastensystem entlehnt, wobei die Unterstadt der Ort der Unberührbaren ist. Dorthin verschlägt es Rojan ziemlich flott und er rauft sich nach und nach mit Jake und Pasha zusammen, zwei Bewohnern dieser Region, die ihn unterstützen.

Rojan selber ist zu Beginn ein durch seine Historie bedingter krasser Egoist, der im Laufe der Zeit leicht cheesy beginnt uneigennütziger zu handeln. Auch nix, was man nicht schon einmal irgendwo anders gelesen hätte – Han Solo, ich blicke in deine Richtung! Neben der Entwicklung des Protagonisten wird auch die (vergangene) Entwicklung der Stadt reflektiert, sodass der Leser neben der recht harten Story auch etwas „food for thought“ mit auf den Weg bekommt.

Insgesamt ist mir die Handlung dann doch etwas zu zerfasert und ich wäre mit 250 Seiten vermutlich glücklicher gewesen. Ach ja – Handlung! Harter Typ macht sich auf die Suche nach seiner entführten Nichte, gerät in Ghetto, wird von allen verfolgt, kommt großer Verschwörung auf Spur,… You know the drill.
Eher als die Handlung weiß dann wirklich die Sprache zu gefallen und auch die Action-Szenen sind gar nicht mal so übel.

Mein Fazit:
Puh! Irgendwie laviert der Roman etwas unentschlossen zwischen Hard-Boiled, Fantasy und Cyberpunk hin und her, was einerseits recht interessant ist, aber andererseits auch ziemlich ermüdend. Der Held ist recht interessant und die Sprache angenehm unkonventionell. Gerade durch den Genre-Mix wird nie die Klasse eines Harry Dresden oder eines durchschnittlichen Shadowrun-Romans erreicht. Die Autorin kann allerdings wirklich schreiben, sodass mit etwas mehr Fokussierung durchaus noch etwas von ihr zu erwarten ist.

Diese Umschlaggestaltung mit der doppelt zu klappenden Rückseite ist zwar ein nettes Gimmick und ist sicher gut gedacht, aber die Lektüre (gerade im Bus oder an anderen Orten mit eingeschränktem Raum) wird dadurch arg behindert. Bitte also Folgebände ohne dieses Experiment.

Meine Wertung:
3 von 5 Akte vermischte Genres

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