[Rezension] Wächter der letzten Pforte

Autor: Henning Mütlitz, Christian Kopp
Verlag: Papierverzierer
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 470
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-944544-67-0
Preis: 17,95 Euro

von: Moritz

Nach 5 Seiten musste ich dann doch mal in den Autorenbiografien nachlesen und – wer sagt’s denn – ich hatte mich geirrt: Beide kommen aus der DSA-Ecke! Das ist jetzt nicht positiv oder negativ, aber man liest jeder einzelnen Zeile an, was die beiden sonst so an Fantasy-Literatur verschlingen und die Quellenbücher welches Rollenspielsystems sie sonst so konsumieren.

Klappentext:
Knappe Liocas und Kriegerin Moriana erwachen am Schauplatz einer Katastrophe. Eine unbekannte Macht hat die Heere der Allianz von Valdora und der wilden Tequari vernichtet. Gemeinsam versuchen die Todfeinde herauszufinden, was geschehen ist. Gejagt von den Häschern des valdorischen Königs und den Inquisitoren der Hohen Priesterschaft stoßen sie auf eine mörderische Verschwörung geheimnisvoller Magier. Ihre Spur führt nach Amhas, ins Reich der Handelsfürsten und Söldnergilden, und erst dort offenbart sich das ganze Ausmaß der Bedrohung. Hinter der letzten Pforte werfen die Strahlen der Schwarzen Sonne ihr verzehrendes Licht auf die Welt Caldris.

Zum Inhalt:
Man sieht es dem Klappentext an, hier wird die volle Fantasy-Breitseite abgefeuert. Schon die Namen bemühen sich, „nicht gewöhnlich“ zu sein, jede Person, jede Stadt, jedes Land hat eine eigene Bezeichnung, alles hört sich irgendwie exotisch an. Das hat teilweise Charme, ist aber teilweise etwas zu bemüht und hemmt den Lesefluss. Dankenswerterweise gibt es im Anhang neben der Karte der Welt auch ein umfangreiches Glossar und einen Personenregister. Danke dafür, Jungs.

Okay, wir haben also zwei Feinde, die durch die Umstände zu einem Team zusammengeschweißt werden und einer gigantischen Verschwörung auf die Spur kommen. Sehr schön ist hier das Spiel mit der Problematik, wer nun auf welcher Seite steht, klassisch böse kickernde Standardbösewichte, die Katzen streicheln, wird man hier vergebens suchen.

Wie schon so oft in der letzten Zeit sind hier nicht die Charaktere die Stars, sondern das Setting steht im Mittelpunkt. Wir haben es hier nämlich mit einem relativ klassischen „Fäntelalter“ zu tun, das mit einigen steampunkigen und high-fantasy-mäßigen Elementen garniert wird. Das macht durchaus Spaß und füllt eine Nische der Fantasy-Literatur sehr gefällig aus.

Mein Fazit:
Hervorragend zu lesender sehr klassischer Fantasy-Roman, der irgendwo zwischen „wuchtig“ und „verschwafelt“ daherkommt. Erfindet das Genre nicht neu, aber es gibt viel, viel schlechtere Fantasy-Romane, die viel mehr Beachtung bekommen (Eragon-Reihe, ich blicke in deine Richtung…). Wenn ihr auf die DSA-Romane steht und das Ganze gerne mal in epischer Breite ausgewalzt haben wollt, dann seid ihr hier absolut richtig!

Meine Wertung:
3,5 von 5 verkappte DSA-Romane

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