[Rezension] Sky Troopers

as-SkyTroopersAutor: Michael H. Schenk
Verlag: Saphir im Stahl
Format: gebunden
Seitenzahl: 361 Seiten
Erschienen: Jan. 2015
ISBN: 978-3943948479

von: kris

Michael Schenk dürfte den meisten Lesern wohl durch seine auf zwölf Bänden konzipierte Saga um „Die Pferdelords“ bekannt sein, in der er sich in den Gefilden der High Fantasy bewegte. Nun zeigt der Autor, dass er auch ganz anders kann. „Sky Troopers“ ist, wie der Titel fast schon verrät, waschechte Military-Science-Fiction.

Klappentext:
Der deutsche Autor Michael Schenk, bekannt geworden durch seine Fantasy-Serie Die Pferdelords, hat mit Sky-Troopers einen Sciencefictionthriller verfasst, der neben der originellen Grundidee eine spannende Atmosphäre vor allem mit überaus sympathischen Hauptfiguren aufwartet. Entgegen der in der Science Fiction verbreiteten Tradition, die technische Innovation ins Zentrum des Romans zu rücken, geht es Michael Schenk in erster Linie um eine Military SF. Ein Fest für alle Freunde unterhaltsamer Science Fiction!

Zum Inhalt:
Eine ganze Flotte hat sich vom Sonnensystem aus aufgemacht, um das Weltall zu erkunden und zudem Welten zu erobern, auf denen auch Menschen leben können, um den Grundstock für neue Kolonien zu legen. Nach zwölf Jahren und einigen Monaten erreichen sie das ersehnte Ziel.

Eine Forschungsmission hatte nämlich vor Jahren ansprechende Daten über die Lebensqualität der Welt für Menschen geliefert und auch festgestellt, dass die wenigen Eingeboren nicht gerade so intelligent sind, als dass man sich Gedanken um ihre Ausrottung machen möchte.

Das Erstaunen ist allerdings groß, als sich herausstellt, dass die „Hanari“ in ihrer Entwicklung wesentlich weiter sind als gedacht. Sie sind keine primitiven Wilden mehr, sondern leben in festen Gemeinschaften und einer hochstehenden Zivilisation, die sich jetzt langsam anschickt, das All zu erobern.
Während sich Barek darum bemüht, die Liebe seiner Jugendfreundin Enala zu gewinnen, damit sie ihn als Gefährten nimmt, lauscht er weiter fasziniert den Sternenmärchen, die von den Bildwerfern übermittelt werden und bewundert Schwingenflieger wie den Adligen Karst.

Aber sie alle wissen nicht, wie sie reagieren sollen, als plötzlich Fremde aus dem Himmel über sie herfallen, die nur ein Ziel haben – sie zu vernichten.
Auch Lieutenant Joana Redfeather gehört zu den Sky-Troopers, die den Hanari den Garaus machen sollten, aber schon bald beginnt sie an an der Richtigkeit ihres Befehls zu zweifeln, denn tun sie hier und jetzt nicht auch großes Unrecht?

Wie schon bei den „Pferdelord“-Romanen legt Michael H. Schenk den Schwerpunkt nicht auf die Action, sondern auf die beiden hier miteinander kollidierenden Kulturen. Daher wird die Geschichte aus wechselnder Sicht erzählt. Man erfährt so zunächst einmal, wie die Hanari eigentlich leben und wie entwickelt ihre Kultur eigentlich ist. Anders als die Menschen haben sie ihre Agressionen im Zaum und leben in Frieden mit sich und der Natur, nicht ahnend, was aus dem Himmel auf sie zukommt. Immerhin sind sie nicht ganz wehrlos.

Zwei junge „Männer“ aus diesem Volk und ihr Umfeld stehen exemplarisch für die Kultur ihres Volkes, so dass die Handlung anfangs durch viele alltägliche Ereignisse nur langsam in Gang kommt.

Auch bei den Menschen verwendet er sehr viel Sorgfalt darauf, vorzustellen wie sich diese im Laufe der Zeit entwickelt haben und mit welchen Zielen sie zu dieser Welt gekommen sind. Ausgerechnet zwei „Sky Trooper“, Joana Redfeather und ihr Vater, stellen das Treiben in Frage, blicken sie aufgrund ihrer Familiengeschichte doch auch auf einen Spiegel.
Doch zunächst zieht die Handlung einmal an und präsentiert viele Konfrontationen der Völker, bis eine unangenehme Überraschung alles in Frage stellt, was sie bisher erreicht haben – und das sorgt für eine interessante Wendung.

Mein Fazit:
Der Autor beherrscht das Vokabular der Military-SF ausgezeichnet, vergisst dabei aber auch nicht, die menschliche Seite der Soldaten in Szene zu setzen und aus ihren Gegenspielern genau so facettenreiche Wesen zu machen. Das nimmt der Action zwar einiges an Pfiff, hebt den Roman aber deutlich aus der Masse gleichartiger Titel heraus.

Alles in allem ist „Sky-Troopers“ die interessante Interpretation eines vertrauten Themas in der Science Fiction, bei dem es nicht nur um handfeste Action und das Killen einer mordlüsternen Spezies geht, sondern auch um das Aufeinandertreffen zweier sehr unterschiedlicher Kulturen, bei denen die Soldaten einmal nicht Kanonenfutter, gnadenlose Killer und vor allem diejenigen sind, die die Befehle stur und ohne Fragen ausführen, sondern sich zum Zünglein an der Waage entwickeln, als überraschend eine dramatische Entscheidung getroffen werden muss.

Meine Wertung:
4 von 5 Troopers

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