[Rezension] Unmensch

Autor: Sönke Hansen
Verlag: Amrun Verlag
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 198
Erschienen: 2014
ISBN: 978-3-944729-57-2
Preis: 11,90 Euro

von: Moritz

Ganz schön trashiges Cover – ob der Inhalt da „mithalten“ kann?

Klappentext:
Dem Journalisten Mark Dorn bietet sich die einmalige Gelegenheit, einen Serienkiller auf der Jagd zu begleiten.

Doch die Sache eskaliert. Plötzlich klebt auch an Marks Händen Blut. Kann er den mordenden Unmenschen noch aufhalten? Will er es überhaupt?

Zum Inhalt:
Das wird echt ein Tanz auf der Rasierklinge, hier ein paar Takte zum Inhalt zu verlieren, ohne zu sehr zu spoilern, denn der Roman lebt (neben seinen äußerst fies und detailliert beschrieben Gewaltszenen) von den Überraschungen, die der Autor dem Leser in regelmäßigen Abständen um die Ohren haut.
Für mich war vor allem der regionale Anstrich witzig, so spielt ein Großteil der Geschichte in Koblenz, einmal geht es sogar nach Wolken, wohin ich von meinem Schreibtisch aus problemlos spucken kann. Leider werden hier mehr oder weniger stereotype Beschreibungen verwendet, das Lokalkolorit hätte ich mir viel weiter ausgewalzt gewünscht – zumal der Großraum Koblenz auf der Literatur was die überregionale Ebene angeht, ohnehin sträflich unterrepräsentiert ist.

Der Klappentext verrät es schon – wir verfolgen einen Reporter, der sich einem Serientäter, dem „Rächer“ anschließt, der diejenigen bestialisch hinrichtet, die den Mühlen des Gesetzes (scheinbar) zu Unrecht entkommen sind. Schon bei der ersten gewalttätigen Szene, in der zuerst ein Schäferhund und anschließend dessen Peiniger zu Tode gequält werden, habe ich überlegt, ob ich noch weiterlesen soll, aber spätestens bei der nächsten Tötungsszene war dann meine persönliche Ekeltoleranzgrenze bei Weitem übertroffen, ich will nichts von Penissen lesen, die wie Fleischwürdte aufgeschnitten werden. Sorry. Ich fand das Buch von den Personen und der Komposition her aber nicht übel und so war mein innerer Kompromiss die fiesen Stellen nur zu scannen und die eigentlich Handlung konzentriert zu verfolgen. Das klappte auch ganz gut und hat sich ausgezahlt, denn ich wurde für meinen Durchhaltewillen auf mehreren Ebenen belohnt, denn die Handlung entwickelt sich wirklich interessant und hinter der Hauptperson Mark Dorn steckt noch weit mehr, als man es sich träumen lässt. Okay, vielleicht hat der Background etwas viel Küchenpsychologie zu bieten, aber immerhin ist die Entwicklung unseres „Helden“ irgendwie nachvollziehbar.

Und um mal an anderer Front zu loben – das Korrektorat hat hier echt mal gute Arbeit geleistet und alles liest sich flüssig, wenn ich mal zwei Fehlerchen gefunden habe, ist das echt schon hoch gegriffen. Danke dafür, lieber Amrun-Verlag. Das ist gerade bei „den Kleinen“ nicht selbstverständlich.

Mein Fazit:
Puah! Echt schwer. Das Teil ist mal so gar nicht nach meinem Geschmack und ich habe die fiesen Folterszenen überblättert – Mimöschen das ich bin. Ginge es nur nach meinen Gusto, wären wir hier mit einem Punkt dabei und der wäre noch etwas hoch gegriffen. Allerdings ist der Roman von Aufbau, Schreibstil und den Überraschungsmomenten her alles andere als schlecht. Da wären vermutlich 4 Punkte angebracht – schließen wir in den unten stehenden Zeilen doch einfach einen Kompromiss.

Meine Wertung:
2,5 von 5 eklige Folterszenen

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