[Rezension] Die Musik der Stille

Autor: Patrick Rothfuss
Verlag: Hobbit Presse – Klett Cotta
Format: gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 173
Erschienen: 2015
ISBN: 978-3-442-48132-3
Preis: 17,95 Euro

von: Moritz

Juppidu! Ein neuer Rothfuss – allerdings ist es keine Fortsetzung der Kvothe-Geschichte,, sondern wir erfahren mehr über Auri.

Klappentext:
Sie heißt Auri und ihr Dasein ist voller Geheimnisse. Kvothes sonderbare Freundin vermag anders als alle anderen wahrzunehmen, was unter der Oberfläche der Dinge liegt. Sie weiß von verborgenen Namen und schleichenden Gefahren…

Zum Inhalt:
Himmelherrgott! Hier passiert ja überhaupt nichts! Solltet ihr also irgendwas mit Kvothe Zusammenhängendes erwarten, dann seid ihr falsch gewickelt, denn er ist lediglich der Aufhänger dieser kleinen Geschichte. Es werden 7 Tage geschildert, in denen sich Auri im „Unterding“ auf den Besuch ihres Freundes vorbereitet. An diesen 7 Tagen geschieht… gar nichts! Überhaupt nichts! Freunde gepflegter Fantasy-Action werden hier spontan pennen und erst durch eine amtliche Conan-Geschichte aus der Feder von Howard wieder aufgeweckt werden können.

Ich allerdings habe Spaß an Sprache, an Wörtern, am Schaffen von Begriffen – und das findet hier am laufenden Band statt. Erinnert mich in diesem Zusammenhang etwas an eine äußerst filigrane und fragile Variante von der „Stadt der Träumenden Bücher“, wo auch die Sprache deutlich Vorfahrt gegenüber der eigentlichen Handlung hat. So begleiten wir Auri einige Tage in der von ihr bewohnten und mit Begriffen und Gefühlen belegten Welt und das ist einfach nur schön. Man freut sich mit ihr, leidet mit ihr. Da ist es raus. Das treffende Wort ist „schön“.

Mein Fazit:
Puh, ich will das schöne und außergewöhnliche Lese-Erlebnis nicht groß zerquatschen, das war mal was völlig Anderes und hat, wenn man ehrlich ist, keinerlei Handlung, Entwicklung, Gefahren oder Konflikte – außerdem kommt im gesamten Text nur eine einzige Person vor. Trotzdem lohnt sich das Lesen absolut und es ist irgendwie faszinierend, wie man sich zunehmend sowohl in die Umwelt als auch die Gedankenwelt (was vermutlich ohnehin mehr oder weniger identisch ist) der Heldin einliest und alles von Seite zu Seite weniger merkwürdig wird – allerdings nicht, weil das Buch weniger merkwürdig würde, sondern weil man selber immer merkwürdiger wird.

Ein „bezauberndes“ kleines Büchlein – und das ist glaube ich ein Wort, das ich noch nie in diesem positiven Sinne benutzt habe. Respekt, alter Rothfuss!

Meine Wertung:
5 von 5 eigenartige Wörter

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