[Rezension] Die ummauerte Stadt

Autor: Jan Reschke
Verlag: Papierverzierer Verlag
Erschienen: September 2014
Format: Taschenbuch
Seiten: 432
ISBN-13: 978-3944544984
Preis: 14,95 €

von: QuackOnaut

Auf dem letzten BuchCon sprang mir dieses Werk mehr oder weniger dank seiner Aufmachung direkt an. Also wanderte das Stück Toter Baum in meinen Rucksack und ab auf den Lesestapel. Nun habe ich die Zeit gefunden es lesen.

Klappentext:
Seit dem Zusammenbruch der alten Weltordnung sind die Menschen in der Ummauerten Stadt einer totalitären Kontrolle ausgeliefert. Während Ausgangsperren, Wohnungsenteignungen und Verarmung zum Alltag gehören, riskiert Jeremiah mit dem Sammeln von Elektroschrott und Altmetall in den Außenbezirken regelmäßig sein Leben. Obwohl er sich im Besitz von diesen begehrten Tauschobjekten befindet, sehnt er sich danach, aus der Ummauerten Stadt zu entkommen, in der Nahrungs- und Sauerstoffversorgung kontrolliert und Menschen wie Vieh gehalten werden. Zusammen mit Bezirkskommunikator Goran begehrt Jeremiah gegen das System auf. Doch was wird ihn der Wunsch nach Freiheit kosten?

Zum Inhalt:
Die Welt wie wir sie kennen existiert nicht mehr. Wie Vieh eingepfercht müssen sich wildfremde Menschen beengten Wohnraum teilen. Nur in künstlichen Biosphären, wie es die ummauerte Stadt darstellt, ist ein Leben überhaupt noch möglich. Das Terrain außerhalb der Kuppel(n) kann nur mit einem Sauerstoffgerät durchquert werden, da die gesamte Umwelt verseucht ist. In den Trümmern der einstigen Großstadt, aus deren Teil die ummauerte Stadt entstand, durchstreift Jeremiah die Bauten um nach begehrten Tauschobjekten und allerlei nützlichen Kram zu suchen. Diese Arbeit ist gefährlich, denn das totalitäre Regime welches die Bewohner der ummauerten Stadt durch die Rationierung von Wohnraum, Luft und Nahrung unter Kontrolle hält, duldet nichts was sie nicht kontrollieren können.Wie zu Zeiten der DDR könnte jeder Nachbarn zu den zahlreichen Spitzeln gehören, welche dich für eine Essensration, Sauerstoff oder etwas mehr Wohnraum verraten.
Wie viele andere ist auch Jeremiah mit den Zuständen unzufrieden und hegt den Wunsch daran etwas zu ändern. Als er eines Tages von einem der alten Hochhäuser in der Außenstadt einen Blick auf den gesonderten, abgetrennten Bezirk werfen kann, indem hochrangige Angestellte der Fabrik und der Regierung leben, beschließt er zu Handeln. Während die Menschen in der ummauerten Stadt in Schmutz leben muss, eingepfercht auf engsten Raum und mit vielen Menschen die in Zelten in Parkhäusern leben, genießen die Menschen im abgetrennten Bezirk ein Leben im Luxus.
Jeremiah findet Hilfe bei Goran einem Kommunikator der die Beschlüsse der Regierung zwar an die Bevölkerung weitergibt, mit diesen aber nicht einverstanden ist. Als er mit seiner Freundin über seine Pläne spricht, warnt sie ihn. Sie möchte nicht das er zu Gewalt greift und droht damit ihn zu verlassen. Ihr Warnungen ignorierend klügelt er mit Goran und anderen an einem Plan um die Produktion in der Fabrik empfindlich zu stören. Jeremiahs Freundin setzt ihre Drohung in die Tat um und verlässt ihn. Jeremiah ist tief getroffen, doch von seinen Plänen will er sich nicht abbringen lassen. Nachdem er einen Sprengstoffanschlag auf die Fabrik verübt, greifen die Schutztruppen der Regierung an und Verhaften wahllos Menschen aus der ummauerten Stadt. Unter ihnen befindet sich auch Jeremiahs Freundin. Erst jetzt beginnt er eine wage Vorstellung davon zu bekommen, was er opfern muss um seine Ziele zu erreichen.

Mein Fazit:
Jan Reschke liefert mit „Die ummauerte Stadt“ ein grundsolides Werk ab. Die Atmosphäre ist beklemmend und hoffnungslos, ganz so wie man es von einer Dystopie erwartet.
Die Charaktere wirken realistisch und ihr Handeln nachvollziehbar. Der Charakter des Jeremiah hat es nicht einfach und man stellt sich hin und wieder die Frage wie man selbst in einer solchen Lebenslage entscheiden würde.
Die ganze Zeit hatte ich bei dem Buch den Eindruck das ich das ganze aber schon kenne. Viele der Elemente scheinen zwar zum Grundrezept einer Dystopie zu gehören und daher unvermeidbar, aber in der Gesamtkonstellation fühlte ich mich immer wieder an „Soylent Green“ erinnert.
Das mindert war nicht das Lesevergnügen, aber dadurch wirkt das Buch für mich nicht ganz so innovativ wie es sein könnte.

Meine Wertung:
4 von 5 Sauerstoffflaschen

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