[Hörbuch-Rezension] Glückliche Reise – Roman zwischen den Zeiten

Autor: Matthias Horx
Sprecher: Christian Reimer
Verlag: thono-audio-verlag
Spieldauer: 535 Minuten
Erschienen: März 2012
Format: MP3 CDs
ISBN 13: 978-3-943278-01-9

von: QuackONaut

Mal ein dystopisches Hörbuch. Warum eigentlich nicht? Also den Silberling ins Abspielgerät und los gehts!

Klappentext:
Die Gondel dröhnte an ein Rostwrack, schrillte einige Meter über den Boden, bevor der Ballon endlich zur Ruhe kam. Dann war es plötzlich still. Es war diese entsetzliche Stille, wie sie immer über den toten Dörfern hängt, sie zerrt an den Nerven und weist eindringlich in die Vergangenheit. Eine zerstörte Ladenfront, halb von Mauerschimmel gefressen, begrenzte zwei Seiten des Marktplatzes. Ein Bäckerladen, ein kleiner Supermarkt, ein italienisches Restaurant, aus dessen Fensterhöhlen dichter Trümmerginster wuchs.
Und dann kam doch ein Geräusch. Ein kleines, kaum hörbares Greinen. Im offenen Portal der Kirche, vor dem dunklen Innenraum, saß ein Hund. Eines von diesen zähen Biestern, die gelernt haben, ohne den Menschen zu überleben. Sie vertragen eine Menge Strahlung und sie sind schnell, sehr schnell, denn ihre einzige Nahrung hier im Randgebiet der Zone sind die Ratten…

Zum Inhalt:
Zwanzig Jahre ist es her das eine Reihe von elektromagnetischen Impulsen die Technik auf der Erde weitestgehend vernichtet und selbige zu einer von Seuchen, Mutationen und atomaren Fall-Out-Zonen durchzogenen Planeten gemacht hat. Die Menschen haben sich in verschiedenen Ideologischen Lebensweisen geflüchtet. Sei es die absolute Abkehr von der Hochtechnik hin zu einer einfacheren Lebensweise wie sie die Transformatoren predigen, oder der Versuch am Vergangenem anzuknöpfen und die Technik wieder herzustellen, wie es die Synergisten tun.

In dieser Welt lebt Jonathan Weber, ehemals Anwendungsentwickler, der abgeschieden auf einem verlassenen Flughafen in Reichelsheim lebt. Durch seine Bemühungen ein Zeppelin-artiges Fluggerät zu bauen, weckt er den Unmut der in der Nähe lebenden Transformatoren. Bei diverse Gelegenheiten wird der von Bewohnern des Dorfes aufgesucht, welche ihn auffordern von seinem Vorhaben abzulassen. Von seinem Ego zur Trotzreaktion getrieben ignoriert er die Bedenken und Warnungen und macht sich mit Tur Tur zu einem Testflug auf.
Die Dorfbewohner, durch den Testflug, zutiefst verstimmt, beschweren sich beim Konzil. Um Jonathan zu schützen, begibt sich Abtissin Joel, eine alte Freundin Jonathans, auf dem Weg zum Flughafen. Bei seiner Rückkehr erzählt Joel Jonathan von den Befürchtungen und der Angst der Dorfbewohner und will ihn bewegen das Fluggerät zu zerstören und für sie in den Industriesektoren Informationen über das dortige Geschehen zu sammeln. Erschöpft von der langen Reise und seinen Verletzungen, die er bei einem Zwischenstopp durch den Kampf mit zwei verwilderten Hunden davongetragen hat, bittet er darum das Gespräch und seine Entscheidung auf den Folgetag verschieben zu dürfen und bietet Joel an die Nacht in seinem Domizil zu verbringen. Als er am nächsten Morgen durch ein Geräusch geweckt wird, muss er erkennen das ihm die Dorfbewohner die Entscheidung bereits abgenommen haben, denn eine Gruppe von ihnen ist am Flughafen eingetroffen um dem Spuk ein Ende zu machen. Jonathan, Tur Tur und Joel flüchten unentdeckt und machen sich auf den Weg in den Industriesektor. Dort angekommen nimmt Jonathan Arbeit in einer neuen Fabrik an und erlebt die menschenunwürdigen Verhältnisse die dort herrschen aus erster Hand. Sehr schnell stellt er fest das hier mehr geschieht als auf den ersten Blick zu erkennen ist. Er entziffert an einem alten Computer einen Code. Dieser stellt sich als Falle der Synergisten heraus die Jonathan für ihre Pläne, den Bau eines Raumschiffes und die Umwandlung der Menschen zu einer neuen Gesellschaft, gewinnen wollen. Jonathan ist die Vorstellung zu wieder, flüchtet und begibt sich mit Tur Tur und Joel auf die Reise zu einer verlassenen, aber angeblich noch intakten Raketenabschussbasis des ehemaligen amerikanischen Militärs. Der Plan lautet die Waffe unschädlich zum machen, aber durch einen erneuten elektromagnetischen Impuls die Pläne der Synergisten zu vereiteln um zu verhindern das diese durch ihre Pläne die Menschheit an den Rand der Vernichtung führen.

Fazit:
„Glückliche Reise: Roman zwischen den Zeiten“ ist ein interessanter Roman aus dem Dystopie-Genre. Neben altbekannten Elementen gibt es ein paar neue Denkansätze die dem Roman das Potenzial verleihen wirklich unterhaltsam zu sein. Leider sind die regelmäßigen Unterbrechungen in denen aus fiktiven Werken zitiert wird, der Geschichte nicht zuträglich und sorgen eigentlich nur dafür, dass einen die Unterbrechungen auf den Zeiger gehen. Auch gewinnt man mit der Zeit den Eindruck das der Autor, so anerkannt er als Futurologe und Autor einiger Bestseller auch sein mag, sich hier selbst im Weg steht. Teilweise merkt man den etwas verkrampften Versuch mit Gewalt ein literarisches Meisterwerk zu schaffen, anstelle einfach nur eine gute Geschichte zu erzählen. Teilweise greift der Roman alte Klischees auf wodurch die oben erwähnten, frischen Ideen zu ersticken drohen.
Mit Christian Reimer hat der thono-audio-verlag mal wieder sein goldenes Händchen bei der Auswahl des richtigen Sprechers unter Beweis gestellt. Mit seiner sonoren Stimme und dem Talent jedem einzelnen Charakter eine individuelle Note zu verleihen, haucht er den einzelnen Charakteren Leben ein. Nicht zuletzt indem er es meisterhaft versteht vertraute Akzente aufzugreifen und diese mit einfließen zu lassen. Mit stets passender Musik und den passenden, dezenten Effekten wird zudem die passende Stimmung erzeugt.
Cover-Design und gewählte Schrift verleihen, zusammen mit der DVD-Hülle in dem die beiden Datenträger geliefert werden, dem Ganzen einen Schnäppchenmarktcharme.

Trotz der guten Audioumsetzung zog mich das Buch nicht komplett in seinen Bann.

Meine Wertung:
3,25 von 5 Transformatoren

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