[Rezension] A Game of Thrones – Das offizielle Kochbuch

Autor(en): Chelsea Monroe-Cassel & Sariann Lehrer
Verlag: Zauberfeder Verlag
Auflage: 4 Auflage 2014
Format: Hardcover
Seitenzahl: 224
ISBN: 978-3-938922-43-9

von: QuackONaut

A Song of Ice and Fire gehört zweifellos zu den erfolgreichsten Fantasy-Sagen der modernen Literatur. Dank der Detailliebe und Mitwirkung von George R.R. Martin wurde auch die TV-Umsetzung, A Game of Thrones, zu einem grandiosen Erfolg der jeden Zuschauer begierig der nächsten Staffel entgegen fiebern lässt. Da überrascht es wohl niemanden das die Spielindustrie nicht lange gezögert hat um A Game of Thrones auf diversen Plattformen umzusetzen.

Was dagegen doch schon überrascht, ist die Tatsache das es sogar ein offizielles Kochbuch zu A Game of Thrones gibt. Ich muss ehrlich zugeben das ich sehr skeptisch war. Meine Fantasie malte sich hanebüchene Rezepte aus, die man zwar in einer Fantasy-Reihe wohl erwarten darf, aber sich vor dem inneren Auge eher unappetitlich abzeichnen. Wenn es dann doch essbar ist, so sind es meist irgendwelche Standardgerichte die einfach nur einen neuen Namen bekommen und vielleicht die eine oder andere Zutat dazu bekommen haben.

Aber ich wurde überrascht, warum, dass könnt ihr hier nun lesen.

Nimmt man das Kochbuch in die Hand wird schon vor dem Aufschlagen klar, dass der Zauberfeder-Verlag auf Wertigkeit setzt. Goldene Schrift auf matt-schwarzen Hintergrund mit glänzend Schwarzen Ornamenten auf dem Front-Cover.

Auf der Rückseite folgt nach einem ebenfalls in goldener Schrift verfassten Leitsatz, ein kurzer Einleitungstext der einen auf das bevorstehen Thema einstimmen soll.

Schlägt man das Buch auf, wird klar das Zauberfeder ein zum zeitlichen Hintergrund der Rezepte passendes Design gewählt hat. Auf den im Pergament-Design gestylten Seiten präsentiert sich ein ansprechendes Schriftbild.

Nach den obligatorischen Verlagsinformationen wird einem das Zweiseitige Inhaltsverzeichnis, in dem nicht weniger als 70 Gerichte aufgelistet werden, präsemtiert. Was hierbei sofort auffällt ist, dass diese Gerichte nach den Regionen aus A Game of Thrones gruppiert wurden. Auf diese Weise wird einem die Speisekarte der jeweiligen Regionen feil geboten.

Auf den nun folgenden drei Seiten bekommt man als Aperitif das Vorwort, das niemand geringeres als George R.R. Martin höchstpersönlich geschrieben hat, serviert. Dieser amüsanten Anekdote folgt eine Erklärung der beiden Autorinnen, wie sie auf die Idee zu diesem Buch kamen.

Damit man eine Chance hat die mittelalterlichen Gerichte auch nach kochen zu können, offerieren uns die beiden Autorinnen auf den nächsten Seite eine Auswahl an Ersatz-Zutaten, sollten wir das eine oder andere nicht bekommen können. So wird sicher gestellt, dass der ambitionierte Hobbykoch nicht vor der unlösbaren Aufgabe steht die notwendigen Zutaten aufzutreiben. Zudem kann man die Gerichte so ein klein wenig variieren oder Zutaten die einem nicht zusagen ersetzen.

Hat man dann die Zutaten beisammen, wird man erst einmal mit den notwendigen Grundlagen vertraut gemacht. So werden einem verschiedene Gewürzmischungen, Soßen und Teigarten, welche in der mittelalterlichen Küche Verwendung gefunden haben,erklärt und beschrieben.

Nachdem wir nun mit den Grundlagen vertraut sind bekommen wir auf den nächsten Seiten eine Übersicht über Westeros. Nicht nur als nett gestaltete Karte, sondern vielmehr mit einer Beschreibung der einzelnen Schauplätze (Regionen), jeweils mit einer kurzen Beschreibung und den Informationen über die Essgewohnheiten ergänzt. Diese Beschreibungen können genutzt werden um den eigenen Geschmack und die damit verbundenen Rezepte schneller im Buch ausfindig zu machen. Hat man diese charmante Navigationshilfe hinter sich gelassen geht es auch schon mit der ersten der genannten Regionen „Die Mauer“ weiter.

Unter dem Namen der Region, und das gilt für alle regionalen Abschnitte, gibt es eine kleine Auflistung der Gerichte die uns im Abschnitt erwarten.

Ich möchte nun nicht auf jedes einzelne Gerichte eingehen, sondern vielmehr anhand eines den Aufbau des Kochbuches näher beschreiben.

Jedes Gericht wird auf einem anspruchsvoll arrangiertem Foto abgebildet. Die Augen essen schließlich mit, wie es so schön heißt. Und tatsächlich machen die Bilder der Gerichte einen durchweg appetitlichen Eindruck. Die Rezepte selbst sind alle nach dem gleichen Schema aufgebaut, was dazu führt, dass man sich leicht zurecht findet. Unter dem Namen des Gerichtes gibt es stets einen kleinen Textauszug aus A Game of Thrones. Direkt darunter, farblich gut abgesetzt, gibt es eine kurze Information über Portionsgröße, Vorbereitungs- und Zubereitungszeit sowie Empfehlungen anderer Gerichte aus dem Kochbuch, die hervorragend zu diesem Gericht passen. So lässt sich sehr leicht ein mittelalterliches Menü aufstellen.

Was zudem sehr nett gelungen ist, ist eine kurze Beschreibung des Gerichtes, was Konsistenz, Geschmack, Duft und der gleichen angeht. Ungefähr so, wie man es von einer Weinverkostung her kennt. Die Zutatenlisten sind ebenfalls farblich abgesetzt, so dass man sie schnell findet um seine Einkaufsliste vorbereiten zu können. Die Zubereitungsanleitung sind detailliert aber dennoch einfach beschrieben und so auch für den Kochmuffel leicht nachzuvollziehen.

Wer gerne mal einen Vergleich zwischen dem mittelalterlichen und dem modernen Rezept der vorhanden Gerichte machen möchte, braucht sich dazu nicht extra ein zweites Kochbuch zu kaufen. Für fast alle Gerichte wird das mittelalterliche und das moderne Rezept geliefert, so dass man sich die Zubereitungsart auch noch aussuchen kann.

Damit das Essen zu einem Erlebnis wird, gibt ganz hinten im Buch noch einen Abschnitt der sich mit der richtigen Atmosphäre und der passenden Tischdekoration beschäftigt. So sollte es ein leichtes sein für die kredenzten Speisen ein angemessenes Ambiente zu schaffen.

Abschließend gibt es noch einen Index, in dem die Gerichte Thematisch, also nach Frühstück, Fleisch oder Salatgerichte, Suppen und dergleichen gruppiert werden.

Mein Fazit:
Meine anfängliche Skepsis diesem Kochbuch gegenüber hat sich zum Glück als unbegründet erwiesen. Ich habe das eine oder andere Gericht nach-gekocht und kann sagen das es mir vorzüglich gemundet hat. Was mir neben den guten Rezepten gefällt, ist die Detailliebe die bei der Umsetzung des Buches durchgängig zu spüren ist. Da ist die Karte von Westeros, die kleinen Textausschnitte, das Pergament-Design, die Gruppierung der Gerichte nach Region, die Grafiken an der oberen Seitenkante und den unteren Ecken und vieles mehr. Auch die Idee neben der mittelalterlichen auch die moderne Variante der Rezepte zu präsentieren hat mich begeistert.

Ein sehr gutes Kochbuch, auch wenn leider Lesebändchen fehlen, verpackt in einem ansprechend schlichten, aber sehr elegantem Cover. Hier hat der Zauberfeder-Verlag bewiesen das er das Rezept für ein gutes Kochbuch besitzt und durch die Verwendung der richtigen Zutaten ein ansprechendes und schmackhaftes Buchstabensüppchen zu kredenzen weiß.

Wer einen Faible für mittelalterliche Küche hat, ein Fan von A Game of Thrones ist oder einfach nur ein schönes Accessoire zu Dekorationszwecken in der Küche haben will, für den ist dieses Buch ein Must-Have.

Meine Wertung:
4,75 von 5 Holzkochlöffel

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One Response to [Rezension] A Game of Thrones – Das offizielle Kochbuch

  1. […] einiger Zeit erblickte das „A Game of Thrones“ Kochbuch das Licht der hiesigen Welt. Wir hatten uns damals die Zeit genommen und das über 220 Seiten […]

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