[Brettspiel-Rezension] Metallum

Autoren: Wojchiech Krupnik und Wojchiech Wojcik
Hersteller: Heidelberger (Galakta)
Alter: 10+
Spieldauer: 45-60 Minuten (stimmt punktgenau!)
Anzahl Spieler: 2
EAN: 4015566032989
Preis: ca. 30 Euro

von: Moritz

Ich habe erst kürzlich ein anderes Zweispielerspiel („Tod dem Tyrannen“) des gleichen Autors und Verlags rezensiert und war durchaus angetan – Metallum hört sich spontan noch etwas komplexer und somit potentiell interessanter an…

Aufmachung und Spielmaterial:
Die Schachtel ist doch mal gut gefüllt – es gibt zwei Fabrikraumschiffe (FRS), eine Milliarde (okay – 50) Holzklötzchen für die Bergbauroboter, 12 Subroutinen-Marker pro Spieler, 2 Sichtschirme, 9 Planetenplättchen, 21 Modulkarten, Wertmarker, Vorkommensmarker und die Modulmarktleiste.

Die Illu auf dem Cover weiß schon mal zu gefallen und hat irgendwie etwas von Total Recall oder Blade Runner – schick, diese Art von Sci-Fi ist doch mal genau mein Ding. Das gilt auch für die gesamte Aufmachung, die wirklich aus einem Guss ist.

Die Regeln sind didaktisch gut aufgemacht, aber so richtig kompliziert sind die Spielregeln dann doch nicht, und spätestens mit dem einseitigen mit Bildern untermauerten Beispiel hat man die Basics geschnallt.

Ein weiteres Plus – alle Komponenten sind in rot und blau enthalten, sodass man zu Beginn nicht lange die Teile auseinanderbasteln muss, sondern recht schnell sieht, wer welche Teile bekommt.

Die Regeln:
Das Spielziel ist easy – wer am Ende von 9 Runden mehr Kohle gesammelt hat, ist der Sieger und bestimmt die Zukunft von Metallum… wenn nicht gar der ganzen Galaxie!

Wie aber erhält man harte Dollars? Ganz einfach – man platziert mit Hilfe des FRS Bergbauroboter auf den ausliegenden Planeten. Derjenige, der mehr Roboter auf einem Planeten hat, erhält 3 Dollar, der zweite immer noch 1 Dollar. So weit die Grundregel. Fertich ab, Tirolerkapp!

Ich liebe ja Spiele mit einfachen Grundregeln, die erst durch die unterschiedlichsten Mechanismen komplexer werden – sprich: „Easy to learn – difficult to master“. Und an interessanten Mechanismen hat Metallum so einiges zu bieten.

Herausstechend ist da die Programmierung des FRS. Jedem Spieler stehen Kärtchen mit unterschiedlichen Subroutinen zur Verfügung und in jeder Runde kann er bis zu vier Komponenten verbauen. Mieserweise sind diese Plättchen dann aber erst einmal aus dem Rennen und man erhält die Karten erst nach jeweils drei Runden wieder komplett zurück. So muss man nicht nur antizipieren was der Gegner wohl planen mag, sondern man muss auch selber vorausschauen, welche Karten einem zu welchem Zeitpunkt nützlich sein mögen. Damit der Feind einem hier nicht in die Parade grätschen kann, bauen beide Parteien ihre Programme hinter einem Sichtschirm zusammen. Echt super und sehr vielseitig.

Weitere kleine Elemente, die an den Grundregeln feilen, sind die Vorkommensmarker, mit denen man den Ertrag von Planeten steigern oder senken kann, um sich selber in den Himmel zu erheben und den Gegner in die Gosse zu stoßen. Auch haben die einzelnen Planeten (die nicht immer alle im Spiel sind) sogenannte „Planeteninstallationen“, die der Spieler einmal pro Runde anspielen kann. Für Abwechslung sorgen auch Modulkarten, die man kaufen kann, aber nicht muss – denn wie eingangs gesagt geht es hier am Ende nur um die Kohle und man muss gut abwägen ob man durch die erworbenen Karten einen größeren Geldvorteil erringt, als man an Einsatz bringen muss.

Beim Überfliegen fällt mir auf, dass sich das alles ziemlich begeistert anhört, daher muss ich als Fußnote noch erwähnen, dass für mich das Spiel nicht so richtig gerockt hat. Es macht Spaß und ich habe auch eine ganz gute Siegquote, aber irgendwie habe ich nicht das Bedürfnis es permanent aus dem Regal zu reißen und meine Umgebung damit zu nerven. Komisch eigentlich, da Thema, Mechaniken und Aufmachung absolut stimmen. Sorry, Metallum. Irgendwas fehlt mir persönlich.

Mein Fazit:
Edel aufgemacht, gerade für ein Zweispielerspiel, die sonst oft eher stiefmütterlich behandelt werden. Gut aufgebaute und mit Beispiel erklärte Regeln, interessantes Genre, schicke Mechanismen. Da hat jemand wirklich viel Liebe reingesteckt und dennoch hat es bei mir irgendwie nicht „Klick“ gemacht. Ich habe jetzt ein gutes Dutzend Partien hinter mir und werde dem Spiel auch sicher noch einige Chancen geben, aber im Vergleich mit der Konkurrenz aus dem eigenen Stall „Tod dem Tyrannen“ fehlt mir irgendwie der Aufforderungscharakter. Ich habe unten mal mit 4 Punkten bewertet, da das Spiel die absolut verdient hat – rechne ich mal meine eigene Unzulänglichkeit, es wirklich schätzen zu können, mit ein, so landet es immer noch auf soliden 3,25 Punkten.

Meine Bewertung:
4,25 von 5 FRS

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One Response to [Brettspiel-Rezension] Metallum

  1. Falcon sagt:

    Danke für den Einblick, werde es wohl von meiner Liste streichen. Ich hatte dieselben Befürchtungen, dass das (sehr gute) Thema nicht richtig zündet. Habe es zwar noch nicht gespielt, hatte aber trotzdem sofort den Gedanken, dass da irgendwas fehlt.

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