[Rezension] Aufstieg der Jedi-Ritter – Ins Nichts

Autor: Tim Lebbon
Verlag: Blanvalet
Reihe: Star Wars
Format: Taschenbuch, 398 Seiten
Erschienen: Juni 2014
ISBN: 978-3-442-26982-2

von: Moritz

Die Story:
Wie schon im Klappentext angekündigt, muss sich die junge Jedi-Rangerin Lanoree auf die Suche nach ihrem Bruder machen, der droht am Kopf einer Art Sekte die „Welt wie wir sie kennen“ zu zerstören, oder zumindest ordentlich auf den Kopf zu stellen, indem er mit Hilfe schwarzer Materie ein Sternentor zu öffnen.

Das können die Je’daii natürlich nicht zulassen und Lanoree nimmt, unterstützt vom kriminellen Twi’lek Tre und ihrem Roboter Eisenholg (saugeiler Name, mal so ganz nebenbei), der sich in ihrer Abwesenheit um ihren Kreuzer der Friedenshüter-Klasse kümmert, die Spur des Totgeglaubten auf.

Der Plot ist clever gewoben und erzählt zwei Stränge parallel, einmal die aktuelle Suche nach dem Bruder, zum anderen die Geschichte ihrer Reise (zur Jediwerdung), die sie gemeinsam mit ihrem Bruder begangen hat und deren Ende jener allem Anschein nach nicht lebend erreichte. Witzigerweise ist der aktuelle Handlungsstrang im Präteritum erzählt, die Geschichte der beiden Heranwachsenden im Präsens. Gewöhnungsbedürftig, aber eigentlich ganz clever gemacht.

Der Roman besteht dann aus einer atemlosen Hetzjagd, immer dicht auf der Spur von Dal, dem „bösen“ Bruder. Mehrfach stoßen die Geschwister aufeinander und die ersten Male ist immer Dal siegreich, verpasst es allerdings, seine Verfolgerin einfach abzuknallen, aber das kennen wir ja auch aus anderen Reihen *hust* James Bon *hust*!

Wenn man zwischen den Zeilen liest, ist sogar das Ende, trotz – natürlich – abgewendeter Katastrophe, noch halbwegs offen. Ja, da könnte glatt eine Fortsetzung am Horizont zu erkennen sein.

Das Setting:
Cool! Ich habe es hier mit einem sehr geschichtsträchtigen SW-Roman zu tun, denn in der vorne im Buch abgedruckten Timeline ist deutlich zu erkennen, dass dies beinahe der „älteste“ Roman der ganzen Reihe ist und 2013 CSY spielt. Die Orte – zumindest in den gefährlicheren Situationen – finde ich dann auch wirklich die gelungensten Elemente des Romans. Zuerst geht es nach Kalimahr, wo gerade der Turm, in dem sich Lanoree und Tre mit Mara treffen, echt gut geschildert ist und ganz sicher eine denkbare Location ist. Mein Favorit ist dann allerdings die Schilderung von Nox, das nach einer kurzen Visite in einem Tempel angesteuert wird. Ein von Kriegen und einer feindlichen Atmosphäre geplagter Planet, wo man unter großen Kuppeln leben muss. So hat „Grünwald, der Name der Siedlung, die die beiden Hauptpersonen aufsuchen müssen, schon eher einen sarkastischen Touch.

Die Charaktere:
Hmmm… Die Charaktere finde ich eher schwach gezeichnet. Es wird zwar viel über sie erzählt und angedeutet, aber man fühlt sich ihnen irgendwie nie sonderlich nah.

Auch die Reisegeschichte aus der Vergangenheit schildert zwar großartig wie junge Je’daii ausgebildet werden, aber Lanoree und Dal bleiben irgendwie blass. Man weiß genau worauf alles hinausläuft.

Auf etwas Interesse trafen bei mir aber die Nebenfiguren. Tre, der Ti’lek ist eine Art Westentaschen-Han Solo und kommt zu Beginn hart und unnahbar daher, wird aber immer zugänglicher und scheint am Ende gar das Herz am rechten Fleck zu haben. Keine Ahnung wodurch diese Entwicklung begründet sein soll, aber immerhin gibt es eine Entwicklung.

Mara war aber wirklich mal nicht von der Stange – eine scheinbar ehemalige Je’daii, die nun völlig fett auf einen Schwebegleiter zurückgreifen muss, um sich bewegen zu können. Sie finanzierte die Gruppe um Dal und ist dann am Ende des Romans mit ein paar Getreuen verschwunden. Hey, ich hoffe echt, dass sie die wahre Drahtzieherin hinter dem ganzen Stress war, und in einer zukünftigen Fortsetzung wieder auftaucht.

Mein Fazit:
Tja, mein erster Star Wars-Roman nach vielen, vielen Jahren (die letzten dürften vermutlich von Timothy Zahn in den 90ern gewesen sein) und doch so viele klassische Star Wars-Klischees. Fühlt sich irgendwie wie Heimkommen an.

Augenscheinlich wird eine gewaltige, weltenumwälzende Bedrohung abgewendet (die ich bei Star Wars unterschwellig immer erwarte), aber insgesamt liest es sich doch eher wie eine absolut klassische, kleine „coming of age“-Geschichte mit dem Konflikt zweier Kinder, die sich auseinandergelebt haben und nun „damit leben müssen“.

Schön sind die beiden ineinander verwobenen Erzählebenen, aber so ein richtiger Kracher war das noch nicht. Aber was soll’s? Ich habe ja noch einen weiteren Star Wars-Roman auf dem Nachttisch liegen…

Meine Wertung:
3 von 5 Ur-Je’daii

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