[Interview] Auf dunklen Pfaden mit Peter Hohmann

Zum Erscheinen seines neuen Werkes Magier des dunklen Pfadss hat sich Peter ein paar Minuten für meine Fragen Zeit genommen. Was dabei rumgekommen ist, kann man hier nun nachlesen. Dabei viel Spaß!

* * * * * *

Hallo Peter,

danke, dass Du Dir die Zeit für dieses Interview genommen hast. Könntest Du Dich bitte einmal den Leserinnen und Lesern vorstellen?

Hallo, André. Dem komme ich gerne nach. Geboren, aufgewachsen und wohnhaft bin ich in Freising, wo ich an einem Gymnasium als Lehrer für die Fächer Sport und Englisch arbeite. Ansonsten bin ich bekennender Metal-Fan, Leseratte und spiele ab und an Schlagzeug. Und schreibe natürlich – was inzwischen mit weitem Abstand das meiste meiner Freizeit beansprucht. Da bin ich meiner Frau zu Dank verpflichtet, da sie meine Schreiberei akzeptiert und unterstützt.

Nun ist beim Begedia Verlag der erste Teil von „Magier des dunklen Pfades – Die Suche“ erschienen. Könntest Du bitte ein wenig mehr zu dem Werk erzählen?

Klar! Es geht um Lorgyn de Daskula, einen Magier, der seine schwer erkrankte Frau vor dem sicheren Tod retten will. Er ist sehr gewandt im Umgang mit der Arkanen Macht. Daher ist er fest entschlossen, das Unausweichliche abzuwenden. Dabei jedoch gleitet er zum einen in seelische Dunkelheit ab, zum anderen entfremdet er sich von seiner Frau. Sie braucht ihn, er jedoch ist besessen davon, den einen Zauber zu wirken, der sie rettet. Was das für ein Zauber ist, und was es mit dem Alten Bund auf sich hat, dem seine Eltern huldigten, das erzähle ich hier natürlich nicht, um Spoiler zu vermeiden.

Wie kam Dir die Idee zu dem Hintergrund?

Zunächst ging es mir nur darum, kein Epos zu schreiben mit dutzenden Königreichen und Fürstenhäusern, sondern etwas „Kleines“. Natürlich geht es am Ende doch um mehr, aber im Grunde dreht sich die Geschichte ja um nicht mehr als sechs, sieben Personen. So, das war der erste Gedanke: etwas „Kleines“, zumindest vom Setting her. Dann kam mir die Idee, dass Lorgyns Frau tödlich erkrankt ist und Lorgyn sie retten will. Da ich dann den Aspekt mit den „Heilthermen“ in Wintertal implementierte, zeigte sich recht schnell, dass es etwas mehr wird als ein auf Action und Spannung ausgelegter Unterhaltungsroman. Denn das Grundthema ist ja recht „schwere Kost“: Krankheit, Leid, Tod – und die Hoffnung auf Errettung. Irgendwie hat das Thema mich gefunden, nicht andersherum. Es mag damit zusammenhängen, dass ich – wie die meisten anderen Menschen wohl auch – mich vor nichts so fürchte wie vor einer schweren Krankheit. Diese Angst hat wohl einen Weg in den Roman gefunden – und ihn daher düsterer gefärbt hat, als meine Erzählungen ansonsten sind.

Kannst Du etwas mehr zu den Protagonisten erzählen?

Sicher. Bevor seine Frau Aluna erkrankte, war Lorgyn ein vom Glück Geküsster. Er war erfolgreich, seine Illusionszauber haben ihn sehr bekannt gemacht, so bekannt sogar, dass er sie einst am Hochzeitstag des Kaisers vor diesem zur Schau stellen durfte. Alles lief wie am Schnürchen. Dann wird Aluna krank, und seine Welt bricht zusammen. Da er das Wort „Rückschlag“ nicht kennt, setzt er alles daran, einen Weg zu finden, der sie vor dem sicheren Tod bewahrt. Dazu ist ihm alles recht. Er wird besessen davon, sie zu heilen, gleitet immer weiter ab, begeht Taten, zu denen er früher niemals in der Lage gewesen wäre. Er kann nicht aufgeben, nicht akzeptieren, dass der Tod gewinnt. Ich denke, Lorgyn ist eine Gratwanderung. Ich habe versucht, ihn einerseits als liebenswerten Charakter darzustellen, andererseits schonungslos zu zeigen, zu welchen Taten ein verzweifelter Mensch in der Lage ist. Er wandelt im nebulösen Grau moralischen Tuns. Letztendlich wird der Leser entscheiden, ob er Lorgyn verstehen kann, oder ob er sagt: „Was für ein niederträchtiger Mensch!“

Die Suche“ ist ja der erste Teil. Wie geht es weiter?

Ich möchte natürlich nicht allzu viel verraten, deswegen halte ich es allgemein: Die Schlinge um Lorgyn und Arlo zieht sich immer weiter zu, da die Iros-Kirche ihnen dicht auf den Fersen ist, und aus seiner Vergangenheit betreten Figuren die Bühne, die ihm nicht nur Gutes wollen. Überdies findet er die Wahrheit über seine Eltern heraus, die ihn bis ins Tiefste erschüttert. So, das reicht jetzt aber! 

Kommen wir mal ein wenig aufs Schreiben zu sprechen. Wie hast Du gemerkt, dass das etwas für Dich sein könnte?

Wie die Jungfrau zum Kind, kann man fast sagen. Es war so: Gegen Ende meines Englischstudiums hatte ich in den Semesterferien keine Seminararbeit oder dergleichen anzufertigen. Da das Staatsexamen näher rückte und ich nicht wollte, dass mein geschriebenes Englisch einrostet, dachte ich mir: „Mensch, schreib mal eine englische Geschichte. Das ist auf jeden Fall besser, als gar nichts zu tun.“ Aus der anfänglichen Kurzgeschichte wurden dann knapp 300 Seiten (fertiggestellt habe ich das Manuskript aber nie). Da ging mir auf: „Wow, das macht ja richtig Laune!“ Ich merkte allerdings, dass ich mich, egal wie sehr ich mich anstrenge, niemals mit einem „Native Speaker“ würde messen können. Daher schwenkte ich um und begann, Geschichten auf Deutsch zu schreiben. Durch Zufall lernte ich Alexander Wichert kennen, der damals für DSA und Shadowrun schrieb. Der nahm mich unter seine Fittiche. Ich lernte eine Unmenge bei ihm. Zusätzlich besuchte ich Schreibworkshops, kaufte mir Schreibratgeber, durchlief sozusagen das „Standardprogramm.“ Ich tippte eine Kurzgeschichte nach der anderen. Einige wurden für Anthologien ausgewählt, tja, und so ging es los. Irgendwann fühlte ich mich bereit, mich an einen Roman heranzuwagen. Eins führte zum anderen sozusagen. Ich habe es nie bereut. Inzwischen kann ich mir nicht mehr vorstellen, ohne die Schreiberei zu leben. Früher war es mein erklärtes Spiel, Profisportler zu werden. Heute ist es mein Ziel, ein guter Autor zu werden. Inwieweit das dann mit Erfolg korreliert oder nicht, wird sich zeigen. Auf jeden Fall macht es Spaß. Ich schreibe gerne. Ich poliere meine Texte sogar gerne auf. Selbst das finde ich toll. Ich habe mir sogar einen Grammatik- und Orthografie-Duden reingezogen. Dass ich das mal aus innerer Motivation heraus machen würde, hätte ich nie für möglich gehalten.

Was ist bis dato aus Deiner Feder erschienen?

Über dreißig Kurzgeschichten und ein Kurzroman, „Weißblatt“ mit Namen, mit dem ich 2009 eine Fantasy-Ausschreibung gewann, und der 2010 erschien. Schon seit längerem konzentriere ich mich mehr auf Romane und schreibe weniger Kurzgeschichten. Umso mehr freut es mich daher, dass die beiden Bände von „Magier des dunklen Pfades“ herauskommen. Im Frühjahr 2014 wird ein weiterer Roman veröffentlicht. Er heißt „Feywind“. Im Moment bin ich in regem Kontakt mit dem Verleger, um ein passendes Covermotiv zu finden. Sobald es da Konkreteres gibt, werde ich es natürlich bekanntgeben.

Du hast ja schon das eine oder andere Genre bearbeitet. Welches liegt Dir am meisten?

Das ist wirklich eine schwierige Frage. Wenn ich nach den Romanen gehe, hauptsächlich Fantasy und ein bisschen Urban Fantasy. Ich schreibe aber auch gerne Science-Fiction und dazugehörige Genres wie Cyberpunk. Bald wird auch eine Steampunk-Story von mir in einer Anthologie erscheinen, auf die ich mich schon sehr freue. Ich sage mal, ich kann mich eigentlich für alles begeistern, was dem Oberbegriff „Phantastik“ zugeordnet werden kann.

Hast Du schreibtechnisch ein Vorbild?

Ja. David Gemmell. Meiner Meinung nach gelingt es niemandem sonst, derart glaubwürdige Charaktere und mitreißende Stories zu schreiben. Natürlich ist in seinen Werken viel Pathos, viel Badassery, aber ihn lapidar als Sword-and-Sorcery-Autor abzutun, ist ungerechtfertigt. Leider ist er 2006 verstorben. Wer als Autor dazulernen möchte, wie man richtig gute Plots erschafft, wie man mit einfacher Sprache einen derartigen „Punch“ vermittelt, dass einem die Ohren wackeln, der sollte für mein Dafürhalten mal in David Gemmells Bücher reinschnuppern.

Was können wir in naher Zukunft noch von Dir erwarten?

Viel, hoffe ich.  Ich habe insgesamt an die 90 Kurzgeschichten und neben den drei Romanen „Weißblatt“, „Magier des dunklen Pfades“ und „Feywind“ noch 6 weitere, die auf eine Veröffentlichung warten (okay, einer davon ist mein Erstling, dem möchte ich eigentlich niemandem zumuten …). Zudem schreibe ich im Moment an einem neuen, bei dem ich momentan auf Seite 470 bin. Ideen habe ich genug. Nun, die Zeit wird es zeigen, wie und wohin es weitergeht. Ich überlege derzeit auch, es mit einem meiner Romane mal als „Indie-Autor“ via E-Book bei Amazon zu versuchen. Man wird sehen. Motiviert bin ich jedenfalls bis in die Haarspitzen.

Vielen Dank für das Interview. Die letzten Zeilen gehören Dir!

Nachdem ich ja schon ganz schön viel geschrieben habe in diesem Interview, halte ich mich kurz: Liebe Leser, vielleicht kann euch dieses Interview ja dazu anspornen, es mal mit „Magier des dunklen Pfades“ oder einem anderen meiner Werke zu versuchen. Das würde mich sehr freuen. Bis irgendwann dann mal!

W E I T E R E   I N F O R M A T I O N E N

Magier des dunklen Pfades bei Begedia

Peter Hohmann @ Facebook

Peter Hohmann im Web

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4 Responses to [Interview] Auf dunklen Pfaden mit Peter Hohmann

  1. […] Zuletzt zum Kauf des entsprechenden Films/Buches/etc. inspiriert hat mich der Artikel zu Peter Hohmanns Magier des dunklen Pfades auf […]

  2. […] Inter mit Peter Hohmann zu Magier des Dunklen Pfades (Oktober 2013) […]

  3. […] Tiefraumphasen beigesteuert. Weiterhin kann man von ihm den Doppelband Magier des Dunklen Pfades (Interview dazu) […]

  4. […] Zuletzt zum Kauf des entsprechenden Films/Buches/etc. inspiriert hat mich der Artikel zu Peter Hohmanns Magier des dunklen Pfades auf […]

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