[Rezi] Maschinenkinder

Autor: Frank Hebben

Verlag: Shayol

VÖ: 12.2012

Format: Klappbroschur, 217 Seiten

ISBN 13: 978-3-943279-07-8

von: Würfelheld

Im Dezember 2012 erblickte die SF Storysammlung Maschinenkinder, welche aus dem Schaffenszentrum von Frank Hebben stammt, das Licht der Welt. Die Sammlung enthält insgesamt fünfzehn Storys, die zwischen einer Klappbroschur Platz gefunden haben.

Zum Inhalt:

Um einen genaueren Einblick zu geben, werfe ich hier nun einen kurzen Blick auf die einzelnen Storys. Den Anfang macht allerdings ein Vorwort von Myra Cakan, selbst durch ihre zahlreichen Publikationen bekannt.

Den Storyauftakt macht Das Lichtwerk. Eine Story über das Leben nach einem gewaltigen Krieg, der die Gesellschaft erschütterte und aufzeigt, zu was der Mensch tatsächlich fähig ist. In dieser Zeit lebt ein Kriegsveteran mit zwei Jugendlichen in einem alten Flakturm und versucht die Zeitebenen und deren unmenschlichen Auswüchse zu bekämpfen. Das große Ziel der Drei ist das Wiederfinden anderer Überlebender.

Weiter geht es mit Schwarzfall. Abhängigkeit ist hier das Stichwort! Abhängigkeit von Prothesen und Strom. In einer Zeit, in der sich Prothesen zu „In“ Produkten entwickeln und in der Strom für den alltäglichen Lebensbetrieb fast genauso wichtig ist, wie Sauerstoff, in dieser Zeit erlebt ein Teil der Menschheit den Rückfall ins Mittelalter. Das Warengut Strom ist nicht mehr erhältlich und somit der Betrieb der Prothesen unmöglich.

Anschließend geht es in die Maschinen- Cyberwelt von Machina. Eine süchtigmachende Onlinewelt, die einem Mittzwanziger in ihren Bann zieht und dafür sorgt, dass dieser von seiner Schwester versorgt werden muss. Nach einem einschneidenden Gespräch ändert sich das Leben beider, auf eine Weise, welche sie nicht vorhergesehen haben.

Einen Blick in die Zukunft der TV Familienunterhaltungsshows gibt es in Elysian. Hier wird der Weg, der zur Zeit von den Mattscheibenflutern beschritten wird, auf die Spitze getrieben. Die dunkle Seite der Quote ist hier alles!

In Krematorium muss das menschliche Fleischsein überwunden werden, denn Dieses wurde von der großen Maschine als der Hauptversagensfaktor beim Menschen ausgemacht. Der Übergang dazu erfolgt durch absolute Hingabe und nach dem Übertritt sorgt die Hülle noch für Kraft.

Die Kinder der grossen Maschine zeigt den Lebensalltag und dessen Eintönigkeit, wenn man im Dienste der Maschine steht, auf. Reibungslose Funktion als Gebot. Dabei wird keinerlei Rücksicht auf Position und Ansehen genommen – wobei dieses nicht in allen Verhältnissen stimmt.

Byte the Vampyre bringt eine kalte harte Welt der Abhängigkeit zum Vorschein und vermischt Gut und Böse, wie es im Cyberpunk sein sollte.

In Highscore wird die Abhängigkeit von Gamern auf die Spitze getrieben und das mit einem klasse Retrofinale.

Transhumanoide-Erlebnisse in den unendlichen Weiten des Alls, auf der Suche nach Leben und dessen Entwicklung. Diesen Weg folgt der implantierte Geist und geht seinen Ursprüngen auf den Grund. Dieses Erlebnis wird in Cyst beschrieben.

Das unwirkliche Leben nach dem atomaren Blitz und der darauf folgenden Feuerwand wird in Cotè Noire wiedergegeben. Dabei wird in Abgründe, wie etwas glaubensmotivierte Massensuizide, geblickt und man bekommt ein Feeling, wie man es lieber nicht erleben möchte.

Gefangen im metallischen Kokon, gefesselt durch Forschung und das Leuchten der Sonnensystem-Ferne erlebt man die Gefahren auf dem Muschelplanet. Um sich schlussendlich dem Kokon anzuvertrauen.

Schwarz Weiss sind nicht nur die eingeschränkten Gedanken oder die Figuren auf einem Schachbrett, sondern auch die Produktionsroboter auf den äußeren Monden der Galaxie. Diese gehen strickt ihrem Arbeitsauftrag nach, wobei dieser durch einige Elemente gestört wird. Diese ungewöhnlichen Ereignisse sorgen dafür, das schematisches Handeln erfolgen muss.

Ein Alte künstliche Mentalität verkauft uns in Brause, selbige. Dabei geht es nicht nur um das prickelnde Getränk, sondern auch um Verfallsdaten, einmalige Erlebnisse und Freundschaften.

Den Abschluss von Maschinenkinder bildet eine Koop-Story namens Outage. Hier haben Thorsten Küper und Uwe Post ihr Können mit einfließen lassen und der Story rund um Verschwörung und Systemkritiker Leben eingehaucht. Mehrere Fäden werden hier zum Ziel geführt und zeigen auf, was man sich alles bieten lassen muss. Systemkritik unerlaubt!

Mein Fazit:

Frank Hebben vereint in Maschinenkinder einen Überblick über sein Schaffen. Dabei vermischt er die unterschiedlichsten Subgenres und Stilelement und webt daraus eine Dichte, die man sich als Leser nur wünschen kann. Dabei dreht sich alles um „die große Maschine“, wobei diese in den unterschiedlichsten Formen, wie etwa einem Getränkeautomaten, dem Internet oder der Gesellschaft vorkommen kann. Die Detailliebe sorgt für einen schnellen Einstieg und läßt das Kopfkino eine gute Vorstellung abliefern.

Ein Wort möchte ich auch zur Aufmachung des Buches loswerden, denn das hat es aus meiner Sicht verdient. Es strotzt vor liebevoll durchdachten Details wie etwa den Seitenzahlen oder den Initiaten..

Leider verpasst es Frank Hebben aber das gesamte Potenzial der ein oder anderen Geschichte voll auszunutzen. So bergen viele Storys soviel Potenzial, das man mit ihnen auch ganze Romane hätte füllen können.

Alles in allen – bitte mehr davon!

Meine Bewertung:

4,5 von 5 analoge Dunkelheiten

* * * * * * *

Weitere Infos:

Shayol Verlag im Netz

Frank Hebben im Netz

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